Pflegeausbildung? Ja?/Nein? Auf jeden Fall!

Sieben Jahre war ich bei der Sozialstation Steglitz- Zehlendorf als Pflegekraft beschäftigt und hatte seit dem immer das Bedürfnis, mich fachlich weiterzuentwickeln. Spontan kam mir die Idee, mich für die Ausbildung zur Pflegefachkraft zu entscheiden. Gesagt getan. Kurzum einen Pflegedienstleiter Herrn Bechmann informiert, mich an der Edith-Stein-Schule beworben und – ich hatte den Ausbildungsplatz! Meine Freude war groß, jedoch waren da noch die anderen Gedanken. Was würden meine Kollegen sagen? Was die Patienten? Wenn ich nicht mehr als Pflegekraft erscheine, sondern als Schülerin? Würden sie mich als Auszubildende akzeptieren?

Der erste Tag rückte näher und ich hatte schon etwas Bauchweh als ich zur Arbeit fuhr. Meine Kollegen haben mich herzlich aufgenommen, der eine oder andere hat mich sogar umarmt und mich als neuen Azubi begrüßt. Meine Praxisanleiterinnen standen mir tatkräftig zur Seite und ich könnte sie jederzeit ansprechen, wenn ich irgendetwas auf dem Herzen habe. Der erste Schritt war überstanden. Ich habe mich riesig gefreut über so viel Positives.

Als ich mit meiner Kollegin eine Hauskrankenpflege-Tour (HKP-Tour) mitgefahren bin, war ich überrascht, dass unsere Patienten mir alle viel Glück gewünscht haben und meine Entscheidung super fanden.

Pflegeausbildung Rechts und links Praxisanleiterinnen und ich in der Mitte
Meine Praxisanleiterinnen und ich

Meine Aufgaben waren auf einmal ganz anders. Ich hatte nichts mehr mit Hauswirtschaft zu tun und war nur noch für die Behandlungspflege zuständig. Am ersten Tag schaute ich zu, wie Verbände gewechselt, Injektionen gegeben, Kompressionstherapien duchgeführt wurden. Ich durfte sogar teilweise mitmachen. Man hat als Pflegefachkraft viel mehr Kunden zu versorgen, die Einsatzzeiten bei einem Kunden sind kürzer, das Aufgabengebiet ist größer und interessanter. Man hat viel Verantwortung zu tragen, aber das Schönste ist: Auch mit den neuen Aufgaben zufriedene Patienten zu erleben.

Nach der Tour, wurde ich im Büro freundlich empfangen und mein Pflegedienstleiter Herr Bechmann überraschte mich mit einer Schultüte. Er wünschte mir alles Gute für meine Ausbildung. Meine Zweifel waren völlig umsonst gewesen, genauso wie die Bauchschmerzen.

Ich gehe gerne in meine Arbeitsstelle und freue mich auf jeden Praxiseinsatz. Also, liebe Kollegen in der Hauspflege, überlegt es euch: Vielleicht doch eine Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft?!

Lest von meinem Mitschüler Bernd doch mal, warum er sich mit 53 Jahren noch für die Ausbildung als Pflegefachkraft entschieden hat und wie er seine Ausbildung bei uns in der Caritas-Sozialstation Reinickendorf erlebt.

Na Interesse geweckt? Hier könnt Ihr mehr über die Ausbildung bei der Caritas Altenhilfe erfahren.

Christiane Reinsdorf

About Christiane Reinsdorf

Ich heiße Christiane Reinsdorf und bin Auszubildende in der Sozialstation Steglitz-Zehlendorf im ersten Jahr. Ich möchte gern bloggen, weil ich finde, das es eine tolle Ausbildung ist und der Beruf sehr viel Spaß macht. Über dem Azubi-Blog möchte ich viele Menschen motivieren sich vielleicht für eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu entscheiden.

2 Kommentare

  1. Liebe Christiane,
    ich ziehe meinen Hut vor der deiner Entscheidung, bewundere dich für deinen Mut und beneide dich ein Stück weit für deine Kraft. Wenn ich weiß, wie ich das finanziell stemmen kann, dann Folge ich deinen Schritten! Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und eine unvergessliche Zeit.

    1. Liebe Jenny
      Vielen Dank für deine Nachricht. Ja, der Weg ist teilweise sehr schwer um das finanziell zu schaffen. Ich hoffe, dass bald jeder die Möglichkeit hat, die Ausbildung zu absolvieren ohne sich Sorgen machen zu müssen, wie er das finanziell stemmen kann. Z. B. Durch ein Stipendium für Pflegekräfte. Damit so tolle engagierte Pflegekräfte wie du es bist, endlich zur Fachkraft werden.

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