Pflegenotstand – Geldprämie soll helfen

Pflegefachkraft reicht Seniorin ein Glas Wasser und Medikamente
Pflegefachkraft reicht Seniorin ein Glas Wasser und Medikamente

Pflegenotstand! Dieses Wort hört man seit vielen Jahren in den Medien mit zunehmender Brisanz. Man merkt ihn überall in den Pflegeeinrichtungen! Personal fehlt! Bewerbungen bleiben aus! Politiker reden viel, aber was passiert überhaupt? Nun soll eine Geldprämie gegen den Pflegenotstand helfen.

Vertrauen wieder gewinnen. Das hat sich die Bundesregierung zur Aufgabe gemacht. Ihr wird immer bewusster, dass endlich etwas geschehen muss, um die katastrophalen personellen Zustände in den Pflegeeinrichtungen zu beenden.

Ich will die Vertauenskrise in der Pflege beenden. Die Pflegekräfte müssen spüren, dass wirklich was geschieht!

Westerfellhaus fordert Geldprämie gegen Pflegenotstand

In der Rheinischen Post vom 17.05.2018 habe ich gelesen, dass der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, eine Geldprämie einführen will, um Pflegekräfte zu gewinnen und damit den Personalnotstand in der Pflege zu beenden. Ich habe verstanden , dass Pflegefachkräfte, die direkt nach der Ausbildung in eine Festanstellung gehen, eine Prämie von 3000 Euro bekommen sollen. Pflegefachkräfte die in den Beruf zurückkehren, sollen 5000 Euro erhalten – steurerfrei. Darüber hinaus sind auch Teilzeitmodelle vorgesehen. Man soll die Möglichkeit erhalten, 80% der Regelarbeitszeit zu arbeiten bei vollem 100% Lohnausgleich. Die eingesparte Zeit soll der Erholung dienen. Weiterhin kündigt der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen allgemeinen verbindlichen Tarifvertag für das kommende Jahr an.

Prämie gegen Personalnotstand? Wie soll das funktionieren?

Eine Prämie zu zahlen ist bestimmt attraktiv, aber wie lange bleibt die Fachkraft dann im Beruf? Schon nach ca. 8 Jahren hören die meisten Pflegekräfte schon wieder auf in ihrem Beruf zu arbeiten. Ich denke viel dabei an meine Kollegen und Kolleginnen die schon zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre im Beruf sind. Die nicht aufgegeben haben! Das ist bei der Caritas gar nicht so selten. Ich finde es sehr gut, dass sie die Möglichkeit bekommen sollen, bei vollem Lohnausgleich in Teilzeit zu arbeiten.  Dass sie Anerkennung bekommen für ihren täglichen Einsatz, ihre Bereitschaft, freie Tage zu opfern, um fehlendes Personal zu ersetzen. Dass sie Erholungszeiten bei gleichem Einkommen bekommen sollen, um ihre Kraft und gute Laune bei der Arbeit zu bewahren, trotz der teilweisen schweren Bedingungen.

Als Auszubildende würde ich mich natürlich über eine Prämie von 3000 Euro sehr freuen, wenn ich nach meiner Ausbildung als Pflegefachkraft in meiner Sozialstation arbeite. Aber ist das die  Lösung um Mitarbeiter zu gewinnen? Reicht das aus, damit Pflegefachkräfte zurückkehren und sie auch bleiben in dem Beruf, der einmal ihre Begeisterung geweckt hat? Das sind Gedanken die mich beim Lesen der Nachricht zum Positionspapier von Andreas Westerfellhausen beschäftigen. Eine Prämie und Teilzeitmodelle sind auf jeden Fall ein guter Weg, um kurzfristig dem Pflegenotstand entgegen zu wirken. Die Arbeitsbedingungen und Gesunderhaltung der Arbeitskraft gehören langfristig aber unbedingt dazu. Eine Teilzeitarbeit bei vollem Lohnausgleich ist letztendlich eine Gehaltssteigerung. Deshalb muss auch die Bezahlung der Pflegekräfte nachhaltig überdacht und verbindlich formuliert werden.

Und selbstverständlich sind wir auch selbst dafür verantwortlich auf uns zu achten.

Artikel in der Rheinischen Post vom 17.05.2018: 5000 Euro Prämie sollen Pfleger locken.

Was brauchen Pflegerinnen und Pfleger, um gut arbeiten zu können? Dazu waren wir im Gespräch mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und unserem Erzbischof Heiner Koch und Caritasdirektorin Ulrike Kostka.

Christiane Reinsdorf

About Christiane Reinsdorf

Ich heiße Christiane Reinsdorf und bin Auszubildende in der Sozialstation Steglitz-Zehlendorf im ersten Jahr. Ich möchte gern bloggen, weil ich finde, das es eine tolle Ausbildung ist und der Beruf sehr viel Spaß macht. Über dem Azubi-Blog möchte ich viele Menschen motivieren sich vielleicht für eine Ausbildung zur Pflegefachkraft zu entscheiden.

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